Vom 20. bis 23. August 2026 verwandelte sich das Gestüt Welvert erneut in einen Treffpunkt für Pferdesportler, Züchter und zahlreiche Besucher aus der Region und darüber hinaus. Vier Tage lang bot das Turnier „Mensch & Pferd“ auf der malerischen Anlage hochklassigen Sport, internationales Flair und beste Unterhaltung. Höhepunkt der Veranstaltung war am Sonntag der mit 8.000 Euro dotierte Große Preis der Ministerpräsidentin des Saarlandes. In der Springprüfung der Klasse S** mit Stechen über 1,45 Meter setzte sich der Kölner Springreiter Christoph Brüse mit seinem Westfalen-Wallach Benjamin 465 durch.
Bereits im Vorfeld hatte sich die Veranstaltung auf der malerischen Anlage des Gestüts Welvert als Publikumsmagnet angekündigt. Die aufwendig gestaltete Kulisse auf dem Gelände der ehemaligen französischen Kaserne, die gepflegte Flaniermeile, die Ausstellerstände und der weitläufige Turnierplatz sorgten erneut für das besondere Ambiente, das Reiter und Besucher gleichermaßen schätzen. Über die vier Turniertage waren 165 Reiter mit insgesamt 584 Pferden am Start. Dabei verliehen Teilnehmer aus zehn Nationen dem Turnier internationales Flair. Neben Deutschland waren Reiter aus Luxemburg, Frankreich, Belgien, Italien, Irland, Brasilien, der Slowakei, Lettland und Russland vertreten. Einige Reiter hatten dabei außergewöhnlich große Pferdekontingente mitgebracht und mehr als 20 Pferde genannt.
Vor dem Höhepunkt des Sonntags nutzte Ministerpräsidentin Anke Rehlinger die Gelegenheit, gemeinsam mit Parcoursbauerin Julia Schumacher und zahlreichen interessierten Zuschauern den Stechparcours des Großen Preises zu besichtigen. Beim Rundgang erklärte die erfahrene Parcoursbauerin detailliert die Anforderungen der Prüfung, analysierte die möglichen Wege zwischen den Hindernissen und zeigte auf, an welchen Stellen wertvolle Sekunden gewonnen oder verloren werden konnten. Die Besucher erhielten dabei spannende Einblicke in die taktischen Überlegungen auf höchstem Niveau des Springsports.
Sportlich hatte der Große Preis alles zu bieten, was sich die Zuschauer wünschen konnten. 33 Pferd-Reiter-Paare gingen im Finale an den Start. Der technisch anspruchsvolle Parcours sortierte das Feld konsequent aus, sodass sich lediglich sieben Teilnehmer für das entscheidende Stechen qualifizieren konnten.
Für Begeisterung auf den Rängen sorgte zunächst die saarländische Leistungsträgerin Anuschka Spenrath vom RV Tholix e.V.. Ihr gelang der erste fehlerfreie Umlauf, mit dem sie sich an die Spitze des Klassements setzte. Zunächst sah es so aus, als könnte der Sieg im Saarland bleiben.
Doch dann kam Christoph Brüse vom Sportpferdezentrums Köln e.V.. Als sechster Reiter im Stechen wählte der Kölner konsequent den Weg nach vorne und ging bewusst ein höheres Risiko ein. Mit seinem neunjährigen Westfalen-Wallach Benjamin 465 gelang ihm eine schnelle und gleichzeitig fehlerfreie Runde. Am Ende blieb die Uhr bei 40,61 Sekunden stehen, womit er die bis dahin führende Anuschka Spenrath um 3,99 Sekunden unterbot.
Als Brüse die Ziellinie passierte, brach Jubel auf den dicht besetzten Zuschauerrängen aus.
„Der entscheidende Umlauf war schon spannend. Ich musste etwas auf Risiko gehen, um schneller zu sein“, erklärte der Sieger anschließend. Besonders stolz zeigte er sich auf seinen vierbeinigen Partner: „Benjamin war an diesem Wochenende in allen Prüfungen fehlerfrei. Er hat eine unheimlich positive Einstellung zum Sport und möchte seinem Reiter immer gefallen. Er gibt stets sein Bestes.“ Deshalb habe sein Pferd den Sieg auch „absolut verdient“.
Somit ging Platz zwei an Anuschka Spenrath vom RV Tholix e.V. mit ihrer Stute Lucilectric 12. Den dritten Platz sicherte sich der Vorjahressieger Niklas Betz vom RFV Limbach e.V.. Trotz der schnellsten Zeit im Stechen verhinderten vier Strafpunkte die erfolgreiche Titelverteidigung.
Für Brüse hatte der Erfolg auf dem Gestüt Welvert einen besonderen Stellenwert. „Es ist ein toller Erfolg, hier im Saarland dieses Springen gewinnen zu können“, sagte er. Besonders beeindruckt zeigte er sich von den Rahmenbedingungen: „Das Ambiente ist großartig, die Zuschauerzahl war überragend und die Böden hervorragend.“ Gleichzeitig kündigte er bereits an, im kommenden Jahr zur Titelverteidigung nach St. Wendel zurückkehren zu wollen.
Turnierleiter Markus Beyer zog am Sonntagnachmittag eine durchweg positive Bilanz. Bereits am Donnerstag seien zahlreiche Besucher auf die Anlage gekommen. Besonderen Zuspruch fand die traditionelle Fohlenschau am Samstag. Der Sonntag bildete den Höhepunkt der Veranstaltung: Als besucherstärkster Turniertag brachte er traditionell die saarländische Reitsportszene zusammen. „Hier treffen sich aktive und ehemalige Reiter, genießen das Beisammensein und erleben gemeinsam hochklassigen Sport“, so Beyer.
Besonders erfreulich seien die hohen Nennungszahlen gewesen. Kein anderes saarländisches Turnier habe in diesem Jahr vergleichbar viele Nennungen verzeichnet. Viele Teilnehmer seien erstmals nach St. Wendel gekommen und hätten bereits ihre Rückkehr angekündigt.
Lob gab es auch für die Organisation und die Infrastruktur. Die von Globus unterstützte Gastronomie sei hervorragend angenommen worden, die Böden hätten sich während der gesamten Veranstaltung in ausgezeichnetem Zustand präsentiert. Großen Zuspruch fand zudem der traditionelle Rundgang über das Gestüt mit Gastgeber Thomas Bruch, an dem rund 40 Besucher teilnahmen.
Ein besonderer Dank von Beyer galt den rund 50 ehrenamtlichen Helfern, die hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf sorgten. „Ohne dieses Team wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht möglich“, betonte der Turnierleiter. Er sei stolz, eine solch engagierte Mannschaft hinter sich zu wissen.
Auch Heike Körner, Präsidentin des Pferdesportverbandes Saar, bedankte sich bei der Familie Bruch, den Helfern und den Teilnehmern. Trotz der zeitgleich stattfindenden Weltreiterspiele in Aachen habe St. Wendel ein großes und fachkundiges Publikum angezogen.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger stellte in ihrem Grußwort die Bedeutung der Veranstaltung für das Saarland heraus. „Man kann nach Aachen fahren, um Weltsport zu erleben. Man kann aber auch im Saarland hervorragenden Reitsport genießen“, sagte sie. Das Turnier habe eindrucksvoll gezeigt, was im Saarland möglich sei. Besonders hob sie das Engagement der vielen Ehrenamtlichen hervor. „Diese Leistung ist par excellence.“ Nach der Siegerehrung gratulierte sie dem Sieger und den Platzierten persönlich und zeigte sich beeindruckt vom hohen sportlichen Niveau auf dem Gestüt Welvert in St. Wendel.
Auch abseits des Sports setzte das Turnier einen besonderen Akzent: Vor dem Großen Preis des Saarlandes wurde der Ehrenpräsident des Pferdesportverbandes Saar, Karl-Heinz Groß, für sein jahrzehntelanges Engagement als erster Träger überhaupt mit der Ehrennadel der Stiftung Deutscher Pferdesport ausgezeichnet. Die Ehrung wurde von den Zuschauern mit langanhaltendem Applaus begleitet.
Zum Abschluss bestätigte Gastgeber Thomas Bruch, dass das Turnier auch im kommenden Jahr wieder stattfinden wird. Das Besondere am Reitsport sei das Zusammenspiel zwischen Mensch und Pferd, erklärte er mit Blick auf den Turniernamen „Mensch & Pferd“. Unter dem Applaus der Zuschauer bedankte er sich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz.
So endete eine Turnierauflage, die hochklassigen Sport, internationales Flair, saarländische Gastfreundschaft und ehrenamtliches Engagement auf eindrucksvolle Weise miteinander verbunden hat. Auf der wunderschönen Anlage des Gestüts Welvert wurde einmal mehr deutlich, warum sich St. Wendel längst als feste Größe im Turnierkalender etabliert hat.
Der Pferdesportverband Saar gratuliert Christoph Brüse sowie den weiteren Platzierten zu ihren sportlichen Leistungen und dankt dem Veranstalter, der Familie Bruch, den zahlreichen Helferinnen und Helfern, insbesondere dem Team des RV Illtal, sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihren Einsatz und ihr Engagement, die maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.
- Sieger im Großen Preis des Saarlandes: Christoph Brüse
- Anuschka Spenrath sicherte sich den zweiten Platz.
- Niklas Betz belegte den dritten Platz.


