Vom Springplatz ins Dressurviereck: Ein Traum wird wahr

Vom Springplatz ins Dressurviereck: Ein Traum wird wahr

2026-08-06T21:56:08+01:00

Manchmal entstehen die schönsten Erfolgsgeschichten dort, wo niemand mit ihnen rechnet. So war es auch bei Sabine Valentine Catosie und ihrem zehnjährigen Pferd Ricordo Nero.

Viele Jahre war Sabine Catosie im Springsport zuhause. Bis zur Klasse M war sie erfolgreich unterwegs und erwarb das Silberne Reitabzeichen. An Dressursport dachte sie damals kaum. Doch ein schwerer Sturz veränderte alles. Nach einer gebrochenen Rippe fasste sie einen folgenschweren Entschluss: Das Kapitel Springreiten sollte beendet sein.

Ganz verabschieden wollte sie sich vom Turniersport jedoch nicht. Die Leidenschaft für das Reiten blieb und mit ihr der Wunsch, sich neue sportliche Ziele zu setzen. Die Wahl fiel auf die Dressur. Besonders faszinierte sie die Harmonie zwischen Pferd und Reiter sowie die Ausbildung losgelassener und korrekt gerittener Pferde.

Vor drei Jahren begann schließlich ein neuer Weg. Nach einem Stallwechsel kam Sabine Catosie mit ihrem Wallach Ricordo Nero zu Ausbilderin Isabel Straßer. Die Ausgangslage war alles andere als ideal: Das Pferd befand sich nach gesundheitlichen Problemen im Aufbau, die Reiterin stand vor einer Schulteroperation und Dressur war für die ehemalige Springreiterin weitgehend Neuland.

Dennoch formulierte sie bereits beim ersten Gespräch ein ehrgeiziges Ziel: eine Platzierung in einer Dressurprüfung der Klasse M.

Hinzu kam, dass auch Ricordo Nero seinen Weg erst finden musste. Der imposante Wallach war gerade einmal wenige Wochen angeritten, als Sabine Catosie ihn als Vierjährigen entdeckte. Heute sind Pferd und Reiterin gemeinsam gewachsen und zu einem eingespielten Team geworden.

Mit großem Einsatz, viel Trainingsfleiß und der Unterstützung von Isabel Straßer sowie Maurice Krüger begann die kontinuierliche Entwicklung des Paares. Während Isabel Straßer die Ausbildung von Beginn an begleitete, führte Maurice Krüger das Training während ihrer Elternzeit fort. Immer im Mittelpunkt stand dabei eine pferdegerechte Ausbildung mit Losgelassenheit, Durchlässigkeit und nachhaltigem Aufbau.

Die harte Arbeit zahlte sich aus: Sabine Catosie erritt sich die Leistungsklasse 4, sammelte zahlreiche Erfolge in L-Dressuren und gewann schließlich ihre erste M-Dressur. Damit erfüllte sich die 57-Jährige einen lang gehegten sportlichen Traum.

Ein weiterer Höhepunkt folgte bei den Mannschaftsmeisterschaften in Schwalbach. Dort gewann Sabine Catosie mit Ricordo Nero die zweite Wertungsprüfung der Dressurklasse L mit der Wertnote 7,6. Mit diesem Ergebnis leistete das Paar einen wichtigen Beitrag zum dritten Platz in der Gesamtwertung der Großen Tour Dressur. Gemeinsam mit ihrem Team des RV Gestüt Hirschelau Emmersweiler e. V. durfte sie schließlich aufs Treppchen steigen und die Bronzemedaille in Empfang nehmen.

Die Erfolgsgeschichte zeigt zugleich, welchen Beitrag qualifizierte Ausbilder und engagierte Vereine für die Entwicklung von Reiterinnen und Reitern leisten. Im Reitverein Gestüt Hirschelau fanden Sabine Catosie und Ricordo Nero die passenden Rahmenbedingungen, um sich gemeinsam weiterzuentwickeln und ihre Ziele zu verwirklichen.

Und obwohl das ursprünglich gesetzte Ziel inzwischen erreicht wurde, sind sich Trainerin und Reiterin einig: Die gemeinsame Reise ist noch nicht zu Ende.