Nachbericht des Großen Preises Springen 2018

Nachbericht des Großen Preises Springen 2018

2018-10-30T09:01:12+00:00

Neunkirchen. Dieses Turnier werden die Macher beim Reit- und Fahrverein Neunkirchen-City nicht vergessen. Dabei war zunächst alles wie immer: Am Mittwoch startete das größte Reitturnier des Südwestens, das am Sonntag mit dem Großen Preis des Saarlandes sein Finale feiern sollte. Fünf Turniertage hochkarätiger Reitsport. Zunächst bei bestem Wetter.

Das erste schwere Springen fand am Donnerstagabend mit 78 Startern statt. Frank Plock vom RFV Borken gewann das erste Highlight mit seiner Stute Fantasie vor Marcel Offermann (RSG Soonwald) auf Lio und Britt Roth (RFV Zeiskam) auf Thekla-Carola. Beim S**-Springen am Freitag war der 22-jährige Sönke Aldinger (RFV Legelshurst) auf seiner Marie-Luise nicht zu schlagen. Das S-Springen am Freitagabend hatte der Verein für Amazonen ausgeschrieben. Hier konnte sich Shari Zey (RFV Borken) mit ihrem Wallach Fendt gegen die Saarländerinnen Anke Harz (TRV Heiligenwald) mit Choco de Bassy und Anuschka Zewe (RV Schaumberg) mit Cookie durchsetzen. In der Nacht auf Samstag denn große Aufregung auf der Reitanlage. Diebe stehlen Sättel (wir berichteten): Schaden insgesamt: 20 000 Euro. Die Polizei ermittelt.

Samstags ging es denn weiter mit schönen Erfolgen: Über die goldene Schleife im S*-Springen am Nachmittag durfte sich Diana Bülles (Meckenheimer RC) mit ihrem Podolski freuen. Am Abend denn das Barrierespringen. Unter Flutlicht. In diesem Springen gilt es für die Pferd-Reiter-Paare, in mehreren Stechen eine Reihe aus Sprüngen zu überwinden, wobei das letzte Hindernis in jedem Stechen erhöht wird. Schon ein Abwurf entscheidet über das Weiterkommen in die nächste Runde. Am Ende war es nur Heino van Loon (RFV Heinsberg), der sogar mit seinen beiden Pferden Kreta van Paemel und Conan die luftigen Höhen fehlerfrei übersprang. Unter dem tosenden Applaus des Neunkircher-Publikums durfte der Holländer die Preise für den Doppelsieg entgegen nehmen.

Für den letzten Turniertag hat der Verein noch einmal drei Springen der schweren Klasse geplant. Frank Plock (RFV Borken) konnte sich ein weiteres Mal in die Siegerliste eines S*-Springens eintragen, dieses Mal mit seinem Pferd Tornado. Das höchstdotierte Springen des Sparkassen-Youngsterfestivals, ein S*-Springen für sieben bis neun jährige Pferde, wurde zur Ausbeute von Andreas Woll (RFV Neunkirchen-City) mit Cutest Tabou. Zum Abschluss sollte denn der Große Preis des Ministerpräsidenten Tobias Hans ausgeritten werden. Den Normalparcours des S***-Springens konnten die 29 Teilnehmer noch reiten. Fünf kamen ohne Abwurf durch, ein Stechen musste her. Doch dann kam Fabienne. Ein Sturmtief. Es fegte über die Reitanlage. Sturmböen, Starkregen, 30 Liter pro Stunde. In Rücksicht auf die Gesundheit von Mensch und Tier brach die Turnierleitung die Veranstaltung vorzeitig ab. So standen am Ende, weil das Stechen sturmbedingt entfallen musste, alle fünf fehlerfreien Reiter auf dem Siegerpodest. Sönke Aldinger (RFV Legelshurst) mit Marie-Luise, Frank Plock (RFV Borken) mit Fantasie, Heino van Loon (RFV Heinsberg) mit Cassio und Felix Schneider (RFV Im Heidental) mit Campino und Leicester sind die Sieger des Großen Preis des Saarlandes. „Zum ersten Mal war das schlechte Wetter zu unserem Vorteil, wann gewinnt man schon einmal gleich mit zwei Pferden den Großen Preis des Saarlandes“, freut sich der gebürtige Saarländer Felix Schneider. Der aber auch sagte: „Es war die richtige Entscheidung, das Springen abzubrechen.“

Andreas Woll, Vorsitzender des Vereins, hatte am Wochenende viel zu tun. Dass der Turnierplan aufgrund des Wetters nicht aufging, ändert nichts an seinem positiven Resümee: „Wir sind stolz eine solch große Veranstaltung gestemmt zu haben und damit ein Aushängeschild für den saarländischen Reitsport zu sein“, sagt er. Vergessen wird er dieses Wochenende so schnell sicher nicht. (von Anna Benkert)